{"id":3515,"date":"2022-06-07T07:40:52","date_gmt":"2022-06-07T07:40:52","guid":{"rendered":"https:\/\/mensch3000.ch\/2022\/06\/07\/hamburger-abendblatt\/"},"modified":"2024-02-26T11:40:51","modified_gmt":"2024-02-26T11:40:51","slug":"hamburger-abendblatt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/2022\/06\/07\/hamburger-abendblatt\/","title":{"rendered":"Hamburger Abendblatt"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_medium\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><h1 class=\"w-post-elm post_title align_center entry-title color_link_inherit\">Hamburger Abendblatt<\/h1><div class=\"w-separator size_small\"><\/div><div class=\"w-image align_center\"><div class=\"w-image-h\"><img width=\"574\" height=\"862\" src=\"https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/HamburgerStark.jpg?wsr\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/HamburgerStark.jpg 574w, https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/HamburgerStark-200x300.jpg 200w, https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/HamburgerStark-533x800.jpg 533w, https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/HamburgerStark-266x400.jpg 266w\" sizes=\"(max-width: 574px) 100vw, 574px\" \/><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><b>Linton Kwesi Johnson &#8211; ein Name, der allen Reggae-Liebhabern auf der Zunge zergeht.<br \/>\nDer Schwarze mit der tiefen Bassstimme ist nur einer von vielen K\u00fcnstlern, die das kleine, feine Schweizer Plattenlabel &#8220;Mensch Records&#8221; auf seiner Produktion &#8220;The Dawn of Peeni Waali&#8221; versammelt hat. Und dabei kam ein mitreissendes Klangepos heraus.<\/b><\/p>\n<p>Der grosse Wurf mitten im Sommerloch. &#8220;<i>Und es sind doch nur wieder Perlen vor die S\u00e4ue<\/i>&#8220;, meint Fizz\u00e8. Er sollte nicht so schnell verzagen, Millionen Fliegen m\u00f6gen irren und sich auf den gew\u00f6hnlichen Pop-Haufen setzen. Wer aber zu &#8220;Peeni Waali&#8230; The Dawn&#8221; greift, der h\u00e4lt in der Tat geschliffene Perlen in den H\u00e4nden. Empfehlenswert ist es, gleich zur CD zu schreiten und diese mit ihren insgesamt 16 titeln aufzulegen. Zum Vergleich: Neun Titel enth\u00e4lt die gew\u00f6hnliche LP (plus Single). Das Sound-Wunderwerk aus dem Schweizer Hause &#8220;Mensch Records&#8221; (<a href=\"https:\/\/mensch3000.ch\/kontakt\/\">Bezugsadresse<\/a>: Sparrengasse 7, CH &#8211; 9476 Weite, Fax.: ++41 81 783 33 69) ist ein multikulturelles Ereignis der Extraklasse.<br \/>\nFizz\u00e8, wie ihn Freunde, Kollegen und K\u00fcnstler nennen d\u00fcrfen, hat mit seinem Ein-Mann-Betrieb Hochleistungssport betrieben. Eine der saubersten Produktionen dieses Jahres, erschienen auf einem Schweizer Independent Label mit international renommierten K\u00fcnstlern. Wer den Reggae auch nur ein bisschen mag, der schnalzt bei folgenden Namen der Teilnehmerliste mit der Zunge: Linton Kwesi Johnson, Lee &#8220;Scratch&#8221; Perry, Dennis Bovell oder Robbie Shakespeare wirken neben vielen anderen mit. Doch was macht nun die Magie dieses Klangepos\u2019 aus?<\/p>\n<p>Bei allen Titeln hat Fizz\u00e8 mitgewirkt, meist an den Keyboards. Was ihn umtreibt, hat viel mit Politik zu tun. &#8220;<i>Trotz des Damokles-Schwertes der heutigen Zeit sind wir \u00fcberzeugt, dass positive Aussagen eine Daseinsberechtigung in sich tragen; und sei dies auch nur als Gedankenanstoss und -austausch oder zur Befruchtung neuer Ideen<\/i>.&#8221; Von &#8220;<i>dualistischen Mechanismen<\/i>&#8221; spricht er. Mit Kindern ist als n\u00e4chstes eine Show geplant, in der \u00fcber eine Welt &#8220;<i>ohne Zins und Zinseszins<\/i>&#8221; reflektiert werden soll. Wer das f\u00fcr spinnert h\u00e4lt, der sollte mal zu den alten Werken des Schriftstellers und Begr\u00fcnders des Science Fiction, H.G. Wells (&#8220;Zeitmaschine&#8221;), zur\u00fcckschauen.<\/p>\n<p>Auch das von Fizz\u00e8 angepeilte Movement verl\u00e4uft quer durch Raum und Zeit: eine Menschheit, die sich aussch\u00fcttet vor Lachen \u00fcber die L\u00e4cherlichkeit von Grenzen, Nationalismen und der darum herumgestrickten einf\u00e4ltigen Gewalt. Konsequent durchbricht daher &#8220;Peeni Waali&#8221; alle nur denkbaren Pop-Genres-Grenzen, wird ein ganzes Orchester des Ausgefallenen pr\u00e4sentiert: Ukulele, Zither, Balafon, Handorgel, Fl\u00f6te, Violine, Kalimba, aber auch die Kl\u00e4nge von Milchkannen oder -flaschen. Vierstimmige Frauench\u00f6re neben einem auf einem saudiarabischen Marktplatz aufgenommenen Muezzin. Doch wer jetzt mutmasst, dass dabei alternatives Geklingel und Gekl\u00f6ter heauskommen muss, der spekuliert falsch. Titel wie &#8220;Skarab&#8221; oder &#8220;Rockaman Dub 1&#8221; sind durchaus neben etlichen anderen auch auf gew\u00f6hnlicher Dikco-Tanzfl\u00e4che denkbar. Motto vieler Songs: Da fliegt dir glatt das Blech wech&#8230;<br \/>\nEin stilistisches Highlight: &#8220;Irish Ire&#8221;, worauf ein gigantischer Crossover gelingt. Gekreuzt wird beste irische Volksmusik in Form einer eing\u00e4ngigen Schunkelmelodie mit tiefem basslastigem Reggae. Aus dem Pub &#8211; hin zum Dub! Genial.<br \/>\n&#8220;<i>Begegnungen schaffen bekanntlich Br\u00fccken. Diese zu \u00fcberqueren &#8211; und noch weiter zu gehen &#8211; ist ja eine der Triebfedern \u00fcberhaupt. Und durch Austausch zwischen Begegnungen ist es hier nun gelungen, viele Musiker mit verschiedenem Background zum Mitmachen zu bewegen<\/i>.&#8221;<br \/>\nFizz\u00e8 ist durchaus stolz auf sein Werk, auch wenn er dabei noch Schwierigkeiten im Markt sieht. Vertrieben (CD, LP, Cassette &amp; DAT) wird das Klangprodukt im Eigenvertrieb, Kosten f\u00fcr Werbung oder Promotion sind nicht drin. Das ganze Geld steckt bereits in der Platte, die in der Tat nirgendwo mit akustischen Reizen geizt, noch irgendwann den G\u00e4hn-Effekt ausl\u00f6st. Soviel Idealismus und Kreativit\u00e4t m\u00f6chte man sich generell w\u00fcnschen. &#8220;<i>Die durch die Begegnungen geschaffenen Freundschaften werden weiterhin kreativ gepflegt. Es ist mein Anliegen, K\u00fcnstlern in ihrer harten Arbeit beizustehen, ihre Musik verschiedenen Kreisen zug\u00e4nglich zu machen. Es ist die grosse Herausforderung der Kommunikation &#8211; so ist die bildende Kunst ebenfalls integraler Bestandteil dieser Ver\u00f6ffentlichungspolitik<\/i>.&#8221;<br \/>\nDies bedeutet, dass die Plattenh\u00fcllen als Gem\u00e4lde von den Schweizer Malern Alex Rabus und Kurt Hemez Benz gefertigt wurden. Es bedeutet auch, dass Fizz\u00e8 ferner multimediale Lesungen mit Vaclav Havel plant, also weiterhin f\u00fcr \u00dcberraschungen gut ist. Seit zehn Jahren ist er im Musikgesch\u00e4ft und hat sich hochgedient. Mal Musik f\u00fcr Werbespots, Organisation von Konzertveranstaltungen, Management-Erfahrungen. Dann kam vor f\u00fcnf Jahren die Gr\u00fcndung von &#8220;Mensch Records&#8221;. Eine der ersten Ver\u00f6ffentlichungen stammt von Rico, dem begnadeten Posaunisten, der weite B\u00f6gen spannt, emotionalen Gebirgen gleich. Die Platte trug schlicht den Namen des K\u00fcnstlers, der auch jetzt bei &#8220;The Dawn of Peeni Waali&#8221; f\u00fcr angenehmste \u00dcberraschungen sorgt. &#8220;<i>Wir arbeiten auf der Ebene des gegenseitigen Einverst\u00e4ndnisses mit K\u00fcnstlern, die bereit sind, \u00fcber ihren eigenen Schatten zu springen, etwas zu wagen<\/i>.&#8221;<br \/>\nFizz\u00e8 gelang es als Multiinstrumentalist, offensichtlich einf\u00fchlsamer Produzent und inspirierender Konzeptioner, andere Musiker zu begeistern, die allesamt ahnen mussten, dass es hier weniger zu verdienen gab, als es f\u00fcr sie gewohnt sein mag. Die urspr\u00fcngliche Idee als ein optischer Eindruck. Ein von vielen Leutk\u00e4fern illuminierter Baum des Lebens, energetisches Wachstum gem\u00e4ss einer jamaikanischen Volksmythologie. Ein Zeichen der Hoffnung, \u00fcbersetzt heisst dies: &#8220;Peeni Waali&#8221;.<\/p>\n<p>Artikel von J\u00fcrgen Stark im Hamburger Abendblatt &#8211; 17.\/18. August 1991<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburger AbendblattLinton Kwesi Johnson &#8211; ein Name, der allen Reggae-Liebhabern auf der Zunge zergeht. Der Schwarze mit der tiefen Bassstimme ist nur einer von vielen K\u00fcnstlern, die das kleine, feine Schweizer Plattenlabel &#8220;Mensch Records&#8221; auf seiner Produktion &#8220;The Dawn of Peeni Waali&#8221; versammelt hat. Und dabei kam ein mitreissendes Klangepos heraus. 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