{"id":3499,"date":"2022-06-07T08:01:57","date_gmt":"2022-06-07T08:01:57","guid":{"rendered":"https:\/\/mensch3000.ch\/2022\/06\/07\/az\/"},"modified":"2024-02-26T11:46:54","modified_gmt":"2024-02-26T11:46:54","slug":"az","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/2022\/06\/07\/az\/","title":{"rendered":"AZ"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_medium\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><h1 class=\"w-post-elm post_title align_center entry-title color_link_inherit\">AZ<\/h1><div class=\"w-separator size_small\"><\/div><div class=\"w-image align_center\"><div class=\"w-image-h\"><img width=\"471\" height=\"849\" src=\"https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/StashaBaderAZ.jpg?wsr\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/StashaBaderAZ.jpg 471w, https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/StashaBaderAZ-166x300.jpg 166w, https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/StashaBaderAZ-444x800.jpg 444w, https:\/\/mensch3000.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/StashaBaderAZ-222x400.jpg 222w\" sizes=\"(max-width: 471px) 100vw, 471px\" \/><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><b>Peeni Waali: eine magische Begegnung<\/b><\/p>\n<p>Dem innovativen Basler Produzenten Fizz\u00e8 ist ein Br\u00fcckenschlag ganz besonderer Art gelungen. Er hat es nicht nur verstanden, die Besten der jamaikanischen und englischen Reggaemusiker zusammenzubringen. Auch irische Vionen, Handorgeln und Kalebassen sorgen f\u00fcr eine Klangreise voller \u00dcberraschungen, verbl\u00fcffenden Klangkombinationen und Witz.<br \/>\nFr\u00fchling 1988, in einem kleinen jamaikanischen Dorf. Durch den lauen Tropenabend wehen der Wind vom Meer und ferne Reggaekl\u00e4nge.<br \/>\nFizz\u00e8 sitzt bei seinem Freund Bruce Harris auf der Veranda des kleinen H\u00e4uschens. Sie reden \u00fcber die Arawak-Indianer, welche als erste die Insel bewohnten, \u00fcber Gott und die Welt. Durch die Nacht surren kleine, phosphoreszierende M\u00fccken (eigentlich sind\u2019s grosse K\u00e4fer! A.d.R.). Ihr jamaikanischer Name: Peeni Waali.<br \/>\nEs ist Fizz\u00e8\u2019s zweiter Besuch auf der Karibikinsel, auf der er im Studio des HIt-Produzenten Gussie Clarke in Kingston mit jamaikanischen Topmusikern einige Sessions aufgenommen hat. Wie kommt denn ein Basler auf die Idee, Reggaekl\u00e4nge und tropische Leuchtk\u00e4fer zu sammeln?<br \/>\n<b>Eine musikalische Reise&#8230;<br \/>\n<\/b>Musik begleitet Fizz\u00e8 schon seit seiner Jugend, ist seine Mutter doch Pianistin. Sp\u00e4ter studierte er das Querfl\u00f6tenspiel, trat mit Performance-K\u00fcnstlern auf und tourte mit Avantgarde-Gruppen wie &#8220;D\u00e9bile Menthol&#8221; im ehemaligen Ostblock.<br \/>\nNeben musischen Qualit\u00e4ten hat das Multitalent aber auch eine gesch\u00e4ftliche Ader. Die Basis seines Handelsdiploms f\u00fchrte Fizz\u00e8 zu einer Manager- und Werber-Karriere. Die beiden Gottesgaben verbindend, gr\u00fcndete er schliesslich 1986 sein Schallplattenlabel &#8220;Mensch&#8221;, auf dem zuerst Avantgarde-Schallplatten erschienen wie &#8220;Kulu Hatha Mamnua&#8221; und &#8220;Manoeuvres d\u2019Automne&#8221;.<br \/>\nMit der Schweizer &#8220;Heart Beat Band&#8221; produzierte er erstmals eine Reggaeplatte. Kommerziell waren diese Schallplatten, die in k\u00fcnstlerischen Covers von Alex Rabus steckten, zwar kein Erfolg. Das eigene &#8220;Mensch&#8221;-Studio (damals noch in Colombier, Neuenburg) brachte Fizz\u00e8 jedoch mit \u00e4usserst interssanten Musikern zusammen.<br \/>\n<b>&#8230;schafft Begegnungen&#8230;<br \/>\n<\/b>&#8220;<i>Weltmusik bedeutet f\u00fcr mich, verschiedene Menschen zusammenzubringen, auch wenn sie scheinbar nichts Gemeinsames haben<\/i>&#8220;, meint Fizz\u00e8. L\u00e4uft er dabei nicht Gefahr, eine Musik ohne Umrisse und Identit\u00e4t zu produzieren, eine Einheitssuppe, wie sie einem tagt\u00e4glich im Radio serviert wird?<br \/>\nDer kr\u00e4ftig gebaute Basler lacht und sch\u00fcttelt den Kopf: &#8220;Begegnungen schaffen Br\u00fccken. Ich glaube an die Musik, in der es Platz hat f\u00fcr Hoffnung, Bewusstsein und Bewusstsein&#8230;&#8221;<br \/>\nDie Entstehung des Albums &#8220;The Dawn of Peeni Waali&#8221; spricht ganz f\u00fcr die unkonventionelle Arbeitsweise des M\u00e4zen-Produzenten, der es nicht scheut, mal auch enien arbeitslosen Musiker f\u00fcr unbestimmte Zeit bei sich als Gast aufzunehmen. Ohne die \u00fcbliche Session-Routine hatten die Musiker und Dichter im &#8220;Mensch&#8221;-Studio Gelegenheit, Freunde zu werden und neue Wege zu gehen. Einzelne Momente waren Geschenke des Zufalls, andere Ideen wurden minuzi\u00f6s entwickelt.<br \/>\nDie dabei entstandene Musik mutet im heutigen engen Spartendenken fast wie ein kleines Wunder an.<br \/>\n<b>&#8230;ohne Vorurteile<br \/>\n<\/b>Eine von Handorgel, Violine und Fl\u00f6te gespielte irische Volksweise &#8211; unterlegt mit einem Reggae-Beat&#8230; &#8220;Wieso nicht&#8221; meint der Dub-Poet Linton Kwesi Johnson, &#8220;in Jamaika wurden irische Seemannslieder schon zu Sklavenzeiten von den damaligen Mento-Bands adaptiert&#8221;.<br \/>\nVon der Vision und dem Humor des Schweizer Produzenten angetan, steuerten neben Johnson auch andere Reggae-Gr\u00f6ssen einen Beitrag zum v\u00f6lkerverbindenden Musikprojekt bei. Die Posaune von Rico Rodriguez ist an den typischen, weichen Schlenkern zu erkennen. Auch der exzentrische ehemalige Bob-Marley-Produzent Lee &#8220;Scratch&#8221; Perry stand in Fizz\u00e8\u2019s Studio in Jenins, Graub\u00fcnden.<br \/>\nIn Jamaika konnte der Basler bekannte Musiker wie den Bassisten Robbie Shakespeare und den Saxophonisten Dean Frazer f\u00fcr sein Projekt gewinnen. Aber auch der Schweizer Rocks\u00e4nger Rams und ein Muezzin aus Jeddah, Saudiarabien, sind mit von der kosmischen Partie wie auch weitere G\u00e4ste an Zither, Kalebasse, Melkk\u00fcbel und Elektrogitarre.<br \/>\nDie einzelnen Aufnahmen liegen oft mehrere Jahre und viele Kilomenter auseinander. Mastermind und Tonmeister Fizz\u00e8 hat den inneren Kompass auf der Reise jedoch nie verloren. So f\u00e4llt ein Gospel ebensowenig aus dem Rahmen wie ein St\u00fcck von Duke Ellington.<br \/>\nAuch wenn Reggae-Rhythmen schwerf\u00e4llig daherkommen; diese Mischung wirkt durchaus \u00fcberzeugend und magisch.<\/p>\n<p>Stasha Bader<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AZPeeni Waali: eine magische Begegnung Dem innovativen Basler Produzenten Fizz\u00e8 ist ein Br\u00fcckenschlag ganz besonderer Art gelungen. Er hat es nicht nur verstanden, die Besten der jamaikanischen und englischen Reggaemusiker zusammenzubringen. Auch irische Vionen, Handorgeln und Kalebassen sorgen f\u00fcr eine Klangreise voller \u00dcberraschungen, verbl\u00fcffenden Klangkombinationen und Witz. Fr\u00fchling 1988, in einem kleinen jamaikanischen Dorf. 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