{"id":3132,"date":"2022-12-23T13:52:07","date_gmt":"2022-12-23T13:52:07","guid":{"rendered":"https:\/\/mensch3000.ch\/assis-besinnungslose-texte\/"},"modified":"2022-12-23T13:52:07","modified_gmt":"2022-12-23T13:52:07","slug":"assis-besinnungslose-texte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/assis-besinnungslose-texte\/","title":{"rendered":"Assis besinnungslose Texte"},"content":{"rendered":"<p>Die Texte (von Astrid Schr\u00f6der)<\/p>\n<p><strong>Wenn ich das Christkind w\u00e4r\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich das Christkind w\u00e4r\u2026<br \/>\n\u2013 Und wenn ich es tats\u00e4chlich so sein k\u00f6nnte, wie man erz\u00e4hlt \u2013<br \/>\nDann, glaubt mir, dann w\u00fcrde kein Wunsch verfehlt<\/p>\n<p>Wenn ich das Christkind w\u00e4r..<br \/>\n\u2013 na, ihr wisst schon, wie ich\u2019s meine, so ganz richtig und echt \u2013<br \/>\nW\u00fcrd\u2019 keiner nach Weihnachten sagen: Das Geschenk ist nicht recht!<\/p>\n<p>Wenn ich das Christkind w\u00e4r\u2019\u2026<br \/>\n\u2013 immer vorausgesetzt es hat wirklich so viel Macht wie es scheint \u2013<br \/>\nW\u00e4r\u2019 in k\u00fcrze, die ganze Welt friedlich vereint.<\/p>\n<p>Wenn ich das Christkind w\u00e4r\u2026<br \/>\n\u2013 nun, ich kann\u2019s nicht sein, so bleibt alles beim alten \u2013<br \/>\nIch kann h\u00f6chstens versuchen gerecht zu verwalten<br \/>\nDie Dinge ganz nah um mich drum herum,<\/p>\n<p>w\u00e4r ich das Christkind, s lief bei mir ebenso krumm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz, der Vorsatz<\/strong><\/p>\n<p>Das Neue Jahr eilt morgengrau seinem ersten Tag entgegen.<br \/>\nIch schlendre langsam hinterher \u2013 mein guter Vorsatz daneben.<br \/>\nLach du nur, ich mag\u2019s dir g\u00f6nnen, sicherlich!<br \/>\nDenn alle wissen wir seit Jahr\u2019n: nen guten Vorsatz h\u00e4lt man nicht.<\/p>\n<p>Auch du wirst mit der Zeit verblassen, Vergessenheit kommt \u00fcber dich,<br \/>\ndenn alle wissen wir: nen guten Vorsatz h\u00e4lt man nicht.<br \/>\nMein Vorsatz grinst, komisches Gef\u00fchl,<br \/>\nich frag\u2019 mich pl\u00f6tzlich, was denn nun mein Vorsatz von mir will.<\/p>\n<p>Ref.: Das neue Jahr \u2013 grad war\u2019s noch klar<br \/>\nKaum begonnen, muss es geh\u2019n<br \/>\nDer gute Vorsatz wird nie wahr<br \/>\nDas kann man jetzt schon deutlich seh\u2019n<\/p>\n<p>Um zw\u00f6lf hat er mir zugeprostet \u2013 ich lieb\u2019 das kleine Ritual!<br \/>\nWer h\u00e4lt schon einen Vorsatz? Vergiss ihn wie \u201anen Schal!<br \/>\nDoch dieser hier \u2013 ich nenn\u2019 ihn Franz \u2013 weicht seit Tagen keinen Schritt.<br \/>\nIch schubs ihn weg, Franz tanzt und ruft: \u201eIch komm gleich mit!\u201c<\/p>\n<p>Er strahlt mich immer penetrant und jeden Tag aufs Neue an.<br \/>\nIm Spiegel zwei Gesichter: erst meins, Franz hinten dran.<br \/>\nF\u00fcnf Wochen sp\u00e4ter geb\u2019 ich\u2019s auf, ich bin ein Wrack, total am Ende.<br \/>\nFranz kauf\u2019 ich einen Schal \u2013 vielleicht bringt das die Wende?<\/p>\n<p>Ref.<\/p>\n<p>Doch Fr\u00e4nzchen k\u00fcmmert sich nen Dreck um meine inneren Belange.<br \/>\nEr m\u00f6chte einfach bei mir sein, sonst sei\u2019s ihm schrecklich bange.<br \/>\nDer Fr\u00fchling kommt, der Sommer geht, der Herbst strahlt feurigrot und prall.<br \/>\nFranz ist wie immer nah bei mir, folgt sogar bis zum Heiligen Stall.<\/p>\n<p>Endlich ist Silvester, Franz kommt mir alt und m\u00fcde vor.<br \/>\nIch packe ihn am Kragen und schlepp\u2019 ihn vor das Tor.<br \/>\nUm Mitternacht beim Feuerwerk geschieht ganz sanft und sacht<br \/>\nMit Franz ne Wandlung, denn er wird, mein neuer Vorsatz \u00fcber Nacht.<\/p>\n<p>Ref.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die h\u00e4rteste heilige Zeit<\/strong><\/p>\n<p>Im Januar weiss schon jeder das Datum auswendig<br \/>\nVom Jahresereignis: dem Weihnachtsessen mit dem Betrieb.<br \/>\nF\u00fcr alle Hobbyschauspieler\u00a0\u00a0 d e r\u00a0\u00a0\u00a0 Kick,<br \/>\nSie \u00fcben n\u00e4mlich, was ihr enorm gutes Stimmband hergibt.<\/p>\n<p>Ref.:<\/p>\n<p>Ich steh an der Theke und putz alles blank,<br \/>\nwie jedes Jahr, wie jedes Jahr.<br \/>\nSie ham gebechert, getrunken, gesungen auf der Bank,<br \/>\nwie\u2019s immer war, wie\u2019s immer war.<\/p>\n<p>Sie dichten und texten von oben bis unten Bl\u00e4tter voll,<br \/>\nsie lachen sich krumm und finden sich dabei supertoll.<br \/>\nDer Chef wird ver\u00e4ppelt, die eigenen Kollegen auch \u2013<br \/>\nMit viel gesuchtem Witz, von geistreicher Ironie nicht mal \u201an Hauch.<\/p>\n<p>Je sp\u00e4ter der Abend um so besser gelaunt die G\u00e4ste sind,<br \/>\nder Applaus nimmt zu je mehr Alkohol die Kehl\u2019 runterrinnt.<br \/>\nGegen drei Uhr morgens versichert Eduard dem Leiter,<br \/>\ndass er unbedingt geh\u2019n sollte, denn das bringe ihn schneller weiter.<\/p>\n<p>Ref.:<\/p>\n<p>Um vier kommt wie immer der absolute H\u00f6hepunkt:<br \/>\nMan singt gemeinsam Lieder bestimmt \u201ane halbe Stund.<br \/>\nIch begucke die Krawatten-Fritzen,<br \/>\nwie sie so hohl und leer auf ihren Hintern sitzen.<\/p>\n<p>Schnell neh\u2019m ich mir einen Lumpen und fang zu putzen an,<br \/>\ndenn je schneller ich fertig bin, genehmig\u2019 ich mir \u201ane grosse Kann\u2019<br \/>\nvom besten Kaffee weit und breit.<br \/>\nDamit steh\u2019 ich sie durch, die h\u00e4rteste \u201eHeilige Zeit\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wunschzettel 2001<\/strong><\/p>\n<p>Nein, ich w\u00fcnsche mir keine neue K\u00fcchenwaage,<br \/>\netwas mehr Gerechtigkeit w\u00e4re mir lieber.<br \/>\nDie Wanduhr im Wohnzimmer ist noch zu gebrauchen,<br \/>\netwas mehr Zeit zum Leben w\u00e4re sch\u00f6n.<br \/>\nBarbiepuppen und Spielzeugsoldaten lass\u2019 ich links im Regal liegen,<br \/>\ndie Kinder bekommen ein grosses Paket Menschlichkeit.<\/p>\n<p>Den Christbaum schm\u00fccken wir mit hellen, klaren Worten,<br \/>\nder Mut, sie zu gebrauchen, steckt im Engelshaar.<br \/>\nUnd zum Schluss lass\u2019 ich alle weissen Tauben fliegen,<br \/>\ndenn um sich auszubreiten, braucht der Friede Freiheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Ein Engel auf Erden <\/strong><\/p>\n<p>Es war ein Samstag im Dezember im Himmel:<br \/>\nDer Engel flog einen gewagten Kringel \u2013<br \/>\nDa st\u00fcrzte er \u2013 was\u2019n\u2019Schreck \u2013<br \/>\nIns Ozonloch hinab und war sofort weg.<\/p>\n<p>Ref.:\u00a0\u00a0 Im Himmel, im Himmel da l\u00e4uft manches schief,<br \/>\nEs dr\u00fcckt durch die Wolken von der Erde der Mief.<br \/>\nAuf Erden, auf Erden brauchen wir hier vor Ort<br \/>\nDie Engel vom Himmel, jetzt gleich und sofort.<\/p>\n<p>Z\u00fcnftig zerknittert und garstig benommen,<br \/>\nwar er kurz darauf auf der Erd\u2019 angekommen.<br \/>\nDie Menschen schimpften und dachten sofort:<br \/>\n\u201eWarum trifft das Ungl\u00fcck jetzt unsern Ort?\u201c<br \/>\nSie hielten den Engel f\u00fcr eine Bombe \u2013<br \/>\nOder `nen R\u00e4uber aus der\u00a0 Katakombe.<br \/>\nSie hatten verlernt das Gute zu sehen,<br \/>\nverlernt aufeinander zu zu gehen.<\/p>\n<p>Ref.<\/p>\n<p>Der Engel indessen war guter Dinge<br \/>\nUnd dachte: \u201eDas beste wird sein ich singe<br \/>\nLaut und deutlich die Hymne von Oben \u2013<br \/>\nDann werden sie mich ganz sicher loben.\u201c<\/p>\n<p>So hob er laut zu singen an,<br \/>\ngleich kamen ein Hund daher und ein Mann.<br \/>\nSie hielten dem Engel `ne Flasche hin:<br \/>\n\u201eDa, mein Br\u00fcderchen, nimm\u2019 `nen Schluck Gin.<br \/>\nIch weiss wie es ist auf der Strasse allein \u2013<br \/>\nH\u00f6r\u2019 auf zu jammern, `s kommt eh kein Schwein.<br \/>\nWir alle verrecken hier leise und stumm.<br \/>\nSo zu schrei\u2019n wie du, das ist ziemlich dumm.<br \/>\nDu hetzt uns noch die Polente an\u2019 Hals,<br \/>\nsie sperren uns ein wegen des lauten Krawalls.\u201c<br \/>\nDer Engel dachte: \u201eSo schlimm kann\u2019s nicht sein.\u201c<br \/>\nDoch da hob der Hund gerade das Bein.<\/p>\n<p>Ref.:<\/p>\n<p>Der Mann nahm die Flasche und trollte sich fort,<br \/>\n\u201eHalt, warte!\u201c rief der Engel, \u201enur noch auf ein Wort.<br \/>\nHeute ist Weihnachten, darf ich daf\u00fcr<br \/>\nDir \u00f6ffnen eine ganz andere T\u00fcr?\u201c<br \/>\nEr langte nach hinten in sein Gefieder.<br \/>\nDer Mann dachte bloss: \u201eWas tut er nun wieder?\u201c<br \/>\nDa gab der Himmelbewohner ganz sacht<br \/>\nEine Feder dem Mann, es wurde grad Nacht.<\/p>\n<p>Um die drei herrschte jetzt helles Licht.<br \/>\nDen kalten Nachtwind sp\u00fcrten sie nicht.<br \/>\nDer Mann hielt das Gl\u00fcck in seinen H\u00e4nden<br \/>\nUnd das w\u00fcrd\u2019 ich gerne euch allen schenken.<\/p>\n<p>Ref.:<\/p>\n<p>Sogar der Hund liess sein Bein wieder sinken,<br \/>\ner wollte dem Engel zum Abschied winken.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag fand man goldenes Haar \u2013<\/p>\n<p>Was meint ihr?\u00a0 Ist die Geschichte wohl wahr?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>365<\/strong><\/p>\n<p>364 Blatt \u2013 abgerissen, weggelesen.<br \/>\nDie Zeit vergeht, nichts ist gewesen,<br \/>\ndas ich mir aufschrieb, um\u2019s zu wissen<br \/>\nan andern Tagen, den gewissen,<br \/>\ndie wir am liebsten streichen w\u00fcrden,<br \/>\nweil uns der Alltag grosse H\u00fcrden<br \/>\nstellt, mit Steinen auf dem Weg<br \/>\nund niemand weiss,\u00a0 wer sie dahin gelegt;<\/p>\n<p>H\u00e4tt\u2019 ich mir irgendwann notiert:<br \/>\n\u201eWir waren wandern heut, zu viert<br \/>\nUnd es war herrlich, sonnig, klar.<br \/>\nAch, ist das Leben echt und wahr!\u201c<br \/>\nUnd an der Wand hing die Notiz,<br \/>\nun\u00fcbersehbar wie vom Eisberg die Spitz\u2019.<\/p>\n<p>Vielleicht w\u00fcrd\u2019 sie bei Alltagssorgen<br \/>\nMir ihre Leichtigkeit kurz borgen.<br \/>\nNur einen klitzekleinen Blick<br \/>\nWollt\u2019 ich schnell werden auf das Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Heut\u2019 reisse ich das letzte Blatt<br \/>\nVon meinem Spruchkalender ab.<br \/>\nF\u00fcrs n\u00e4chste Jahr nehm\u2019 ich mir vor:<br \/>\nIch hab f\u00fcrs Sch\u00f6ne auch ein Ohr,<br \/>\nich will das Gute besser sehen-<br \/>\nnun kann getrost zu Bett ich gehen\u2026<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zwei Elfchen<\/strong><\/p>\n<p>Heute bist Du mein Stern<br \/>\nMorgen bist Du<br \/>\nmir schnuppe<br \/>\nSternschnuppe<\/p>\n<p>Schnee, nasse F\u00fcsse, am<br \/>\nAnderen Tag Sch\u00fcttelfrost<br \/>\n40 \u00b0 Fieber<br \/>\nWaldweihnacht<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Advent, Advent das H\u00e4uschen brennt..<\/strong><\/p>\n<p>Es ist der erste Advent und ich sagte zu dir:<br \/>\n\u201eZ\u00fcnd\u2019 ne Kerze an, dann wird\u2019s gem\u00fctlich hier.\u201c<br \/>\nDoch ich hab\u2019 nichts gesagt vom ganzen Haus.<br \/>\nJetzt brennt\u2019s hier lichterloh \u2013 ich krieg\u2019s nicht mehr aus!<\/p>\n<p>Es ist der zweite Advent und nun friere ich hier<br \/>\nauf dem Zeltplatz am See, es gibt nicht mal \u201an Bier.<br \/>\nIch hatt\u2019 doch nichts gesagt vom ganzen Haus.<br \/>\nEs brannte lichterloh \u2013 ich rannte schnell raus.<\/p>\n<p>Ref.: Ich dachte MannoMannoMannoMannoMann!<br \/>\nDu weisst, wie man mit Feuer spielt.<br \/>\nIch sah die Kerze und du gingst da sofort dran \u2013<br \/>\nmit dem Streichholz hast du dann auf den Vorhang gezielt.<\/p>\n<p>Es ist der dritte Advent und ich w\u00fcnsch\u2019 mir so sehr<br \/>\nZu dem Weihnachtsfest einen Feuerl\u00f6scher.<br \/>\nDen ich dann installier im neuen Haus.<br \/>\nUnd dem n\u00e4chsten Brand \u2013 mach ich eiskalt den Gar aus<\/p>\n<p>Es ist der vierte Advent und ich h\u00e4tte so gern<br \/>\nVon der Bahnhofsmission nen kleinen Weihnachtsstern<br \/>\nDenn da in meinem Zelt ist\u2019s schrecklich kahl.<br \/>\nEs brennt \u201an Kerzchen nur, das ich im Kaufhaus stahl\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weihnachten im Kaufhaus<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Tante Rosi, die mag es sch\u00f6n bunt,<br \/>\nden gestreiften Schirm f\u00fcr den Regen.<br \/>\nDem Dackel Osiris, ihrem fetten Hund.<br \/>\nStell\u2019 ich was zum Fressen daneben.<\/p>\n<p>Die Dame am Tresen schaut grimmig zu mir \u2013<br \/>\nOnkel Albert w\u00fcnscht sich einen Hahn \u2013<br \/>\nIch trage ihn bei mir, kann ich was daf\u00fcr,<br \/>\ndass er l\u00e4rmt wie f\u00fcnfhundert Fanfar\u2019n.<\/p>\n<p>Ref: \u00a0\u00a0 Weihnachten, Weihnachten steht vor der T\u00fcr!<br \/>\nDie Engelein klopfen und es f\u00fcrchtet m\u00fcr<br \/>\nGanz schrecklich vor Kaufh\u00e4usern bis oben voll,<br \/>\nWo Fremde mir sagen, was ich kaufen soll.<\/p>\n<p>Mit T\u00fcten und Taschen und v\u00f6llig ersch\u00f6pft<br \/>\nSuche ich einen Platz im Caf\u00e9.<br \/>\nAlberts Hahn legt\u2019s drauf an, dass ich ihn bald k\u00f6pf\u2019<br \/>\nUnd serviere beim n\u00e4chsten Soup\u00e9.<\/p>\n<p>Nach drei Tassen Tee und einem St\u00fcck Torte<br \/>\nF\u00e4llt mir pl\u00f6tzlich siedend heiss ein,<br \/>\ndass der Kinderhort heut\u2019 fr\u00fcher schliesst seine Pforte,<br \/>\nich m\u00fcsste schon lange dort sein.<\/p>\n<p>Mit blauklammen H\u00e4nden und frostroten Nasen<br \/>\nFinde ich meine Kinder im Schnee.<br \/>\nSie heulen und jammern im Fieber und faseln,<br \/>\nvom B\u00e4r, einem Wolf und ner Fee.<\/p>\n<p>Ref:<\/p>\n<p>Ich schaff\u2019s gut nach hause und bringe geschwind<br \/>\nDie schlafenden Kinder ins Bett,<br \/>\nbald ist Mitternacht, wie die Zeit schnell verrinnt \u2013<br \/>\nWeihnachten ist doch so nett!<\/p>\n<p>Ref: \u00a0\u00a0 Weihnachten, Weihnachten steht vor der T\u00fcr!<br \/>\nDie Engelein klopfen und es f\u00fcrchtet m\u00fcr\u2026.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schneema<\/strong><\/p>\n<p>\u201eI ha scho besseri Zeit gseh\u201c<br \/>\nseit dr kleini Ma us Schnee<br \/>\nEr luegt so trurig, w\u00e4ssrig dri<br \/>\nAber d\u2019Sunne lot\u2019n eifach nid sii<br \/>\n\u201eVor e paar Tag h\u00e4n mi d\u2019Chind baut<br \/>\nDi\u00e4 w\u00e4n sicher nid dass es taut\u201c<br \/>\n\u201eDas gaht mich n\u00fct a\u201c, r\u00fceft d\u2019Frau Sunne<br \/>\nUnd schl\u00e4ckt grad witr an em ume<\/p>\n<p>Es s\u00f6ll jetz \u00e4ndlig Fr\u00fcelig werde<br \/>\nDass d\u2019Blueme wachse\u2019n\u2019uss dr Erde<br \/>\nDass alli Kinder umespringe<br \/>\nUnd alli Summerv\u00f6gel singe<\/p>\n<p>\u201eVerzell k\u00e4n Kafi\u201c, seit dr Ma<br \/>\n\u201eLueg d\u00f6t, di\u00e4 w\u00e4n no Winter ha;<br \/>\nDr Linus und au dr Andri<br \/>\nDi w\u00e4n no go sn\u00f6b\u00e4 mit de Schi\u201c.<br \/>\nDoch d\u2019Sunne lacht dr Schneema us:<br \/>\n\u201eDu hesch jo n\u00fcmme l\u00e4nger Pfuus;<br \/>\nWie wotsch go sn\u00f6be mit de Schi, hm?<br \/>\nMit Dir isch\u2019s jetz denn gli vrbi\u201c<br \/>\nDr Schneema lu\u00e4gt beleidigt dri<br \/>\nUnd s\u00fcfzget: \u201eDenn muess es halt so sii;<br \/>\nI fl\u00fchss zrugg ins Winterland<br \/>\nD\u00f6t git mer grad dr Iisb\u00e4r d\u2019Hand<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tintin<\/strong><\/p>\n<p>Ich h\u00e4ng\u2019 stundelang vorm Tivi, spiel\u2019 Computer bis id\u2019Nacht,<br \/>\nmit den Eltre han i deshalb immer krach.<br \/>\nEs het no en neue, ganz neue, Werchz\u00fc\u00fcgchaaschte in \u00fcsem Huus,<br \/>\ndoch mit Zange, Hammer und N\u00e4gel chumm ich nid druus.<\/p>\n<p>Ich han Lego-Technic, Drache, es paar B\u00e4nd vom Papa Moll<br \/>\nUnd jetzt isch mis Zimmer total pumpevoll.<br \/>\nAber n\u00fcd, gar n\u00fcd h\u00e4tt mich aagmacht, bis mi Tante zuen\u00fcs isch cho<br \/>\nUnd sie hett do f\u00fcr mich en Comic liege glo.<\/p>\n<p>Eimol isch d\u2019 Tante Cecil zur Wiehnacht cho,<br \/>\nhett es Gschenk uf de Tisch glait und xait:<br \/>\nI bi gspannt, ob\u2019s Dir gfallt und wie Du das findsch<br \/>\nDenn mit Computerspiele und Fernsehluege bin i im Clinch<br \/>\nD\u2019Tante Cecil, die isch jo scho ursteialt,<br \/>\nd\u2019 Lara Croft w\u00fcrd\u2019 sie mir niemols geh \u2013<br \/>\naber d\u2019Cecil find ich megagigacool<br \/>\nsie het mir de Tintintintin<br \/>\nsie het mir de Tintintintin\u2026..g\u00e4h.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich isch\u2019s egal, ob\u2019s Ziischtig, Mittwuch oder Dunnschtig isch,<br \/>\ns Fernsehheftli hani lang n\u00fcmme gsuecht.<br \/>\nIch lies i de H\u00e4ngematte \u201eOn a march\u00e9 sur la lune\u201c<br \/>\nUnd am beschte gfallt\u2019s mer, wenn de Haddock fluecht.<br \/>\nUnd de K\u00e4pt\u2019n, d\u00e4 stiigt grad us de Mondrakete us zmitt\u2019s im All,<br \/>\ndoch de Tintin goht ne go rette i jedem Fall.<br \/>\nEs isch guet, so guet git\u2019s de K\u00e4pt\u2019n neb em Tintin und em Milou,<br \/>\ndenn f\u00fcr mich isch de K\u00e4pt\u2019n Haddock de grossi Clou.<\/p>\n<p>Eimol isch d\u2019 Tante Cecil zur Wiehnacht cho,<br \/>\nhett es Gschenk uf de Tisch glait und xait:<br \/>\nI bi gspannt, ob\u2019s Dir gfallt und wie Du das findsch<br \/>\nWill mit so MonschterKarte und Merchandising bin i im Clinch<br \/>\nD\u2019Tante Cecil, die isch jo scho ursteialt,<br \/>\nYu-Gi-Yo w\u00fcrd\u2019 sie mir niemols geh \u2013<br \/>\naber d\u2019Cecil find ich megagigacool<br \/>\nsie het mir de Tintintintin<br \/>\nsie het mir de Tintintintin\u2026..g\u00e4h.<\/p>\n<p>Und min Franzi-Lehrer chunnt zu mir und sait: \u201eWo h\u00e4sch denn de Spick?<br \/>\nW\u00f6rtli h\u00e4sch du doch no nie so guet gleehrt.<br \/>\nJetzt schriibsch glatt e Sechsi und ich glaube n\u00e4mlich, do git\u2019s en Hick,<br \/>\nalso s\u00e4g mer sofort, was lauft denn do verkehrt!\u201c<br \/>\nIch zieh langsam, ganz langsam, de Tintin usem Schuelsack unterem Pult<br \/>\nUnd s\u00e4g:\u201cLueget Sie nu, d\u00e4 Comic isch do dra schuld,<br \/>\nd\u00e4nn ich lies ihn fascht jede Obig i miim Bett bis spot in dr Nacht<br \/>\nmit de Taschelampe susch schl\u00f6nt mini Eltre Krach.\u201c<\/p>\n<p>Eimol isch d\u2019 Tante Cecil zur Wiehnacht cho,<br \/>\nhett es Gschenk uf de Tisch glait und xait:<br \/>\nI bi gspannt, ob\u2019s Dir gfallt und wie Du das findsch<br \/>\nDenn mit Computerspiele und Fernsehluege bin i im Clinch<br \/>\nD\u2019Tante Cecil, die isch jo scho ursteialt,<br \/>\nsone Playstation w\u00fcrd\u2019si mir niemols geh \u2013<br \/>\naber d\u2019Cecil find ich megagigacool<br \/>\nsie het mir de Tintintintin<br \/>\nsie het mir de Tintintintin\u2026..g\u00e4h.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Besinnliche Zeiten<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Weihnachten, heisst es, sei das Fest der Kinder.<br \/>\nIn Brasilien sind Kinderbanden oft die einzige Sicherheit,<br \/>\num einigermassen zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Weihnachten, heisst es, sei das Fest der Familie.<br \/>\nIn Uganda ist fast keine Familie mehr vollst\u00e4ndig.<br \/>\nNiemand weiss, ob die Verschwundenen noch leben.<\/p>\n<p>Weihnachten, heisst es, sei das Fest der Liebe.<br \/>\nIn Israel wird es noch lange Selbstmordattent\u00e4ter geben,<br \/>\ndie viele mit sich in den Tod reissen.<\/p>\n<p>Weihnachten, heisst es, sei das Fest des Friedens.<br \/>\nIm Irak sind die Menschen froh, wenn der Tag<br \/>\nOhne Schiessereien in den Strassen vor\u00fcbergegangen ist.<\/p>\n<p>Das Fest der Besinnlichkeit?<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir einen Wimpernschlag Besinnung,<br \/>\num zu erkennen, dass mein Feind auch ein Mensch ist,<br \/>\ndie Natur ihren Platz braucht,<br \/>\nder Himmel nicht nur ein schwarzes Loch ist.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p><strong>\u00a0D i e\u00a0\u00a0 G e s c h i c h t e n<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Einfache, kleine, rote Kerzen<\/strong><\/p>\n<p>Luzia n\u00e4hert sich der Stadt, als es zu d\u00e4mmern beginnt. Links taucht ein rundum mit Lichterketten geschm\u00fccktes Haus auf, im rechten Augenwinkel sieht sie einen Schlitten mit zwei Rentieren und einem Nikolaus drauf.<br \/>\nIm Kaufhaus weisen grellneonfarbene Schilder auf die Weihnachtsabteilung im 2. Stock hin.<br \/>\n\u201eEigentlich brauch\u2019 ich nur einfache, kleine, rote Kerzen\u201c, denkt Luzia, w\u00e4hrend sie sich ihren Weg durch die Menschenmenge bahnt. Im Zweiten angekommen, leuchten ihr hunderte von Lichtern entgegen: Sterne mit Schweif, Sterne ohne Schweif, Schneem\u00e4nner mit bunten Lichtern, Rentiere mit Halogenlampen. Luzia kneift die Augen zu.<br \/>\n\u201eIrgendwie war Weihnachten fr\u00fcher weniger blendend\u201c, murmelt sie vor sich hin, w\u00e4hrend sie Halt sucht.<br \/>\n\u201eIst Ihnen schlecht?\u201c raunzt sie eine missmutige Verk\u00e4uferin an. \u201eDie Rotkreuzler sind ein paar Minuten zu Fuss von hier in der Innenstadt.\u201c<br \/>\nLuzia sch\u00fcttelt den Kopf: \u201eDanke, es geht schon. Es ist nur \u2013 das Licht, es hat so unheimlich viel Licht\u2026\u201c<br \/>\nDie Verk\u00e4uferin sieht sie verst\u00e4ndnislos an, setzt ein mechanisches L\u00e4cheln auf und wendet sich wieder dem Gestell zu, das sie gerade auff\u00fcllt.<br \/>\nVor Luzias Augen tanzen rote Ringe. Eine Weile schaut sie zu Boden, ein wohltuend grauer, matter Boden. Schliesslich wagt sie sich in die Abteilung hinein.<\/p>\n<p>Eine Ewigkeit sp\u00e4ter, wie ihr scheint, steht sie wieder auf der Strasse, in der Hand eine T\u00fcte mit den Kerzen, den einfachen, kleinen, roten Kerzen. Sie schaut in den Himmel. Wo sind die Sterne? Nicht jene mit den Gl\u00fchbirnchen, von denen immer welche kaputt sind, die echten Sterne!<br \/>\nVergeblich h\u00e4lt sie danach Ausschau. In all der Lichterpracht sind sie nicht mehr zu erkennen. Luzia kann nicht einmal feststellen, ob es bew\u00f6lkt ist oder nicht.<br \/>\n\u201eVielleicht ist heute einfach nicht mein Tag. Aber irgendwie war Weihnachten fr\u00fcher wirklich samtfarbener. Heute knallt es ganz f\u00fcrchterlich.\u201c<br \/>\nNachdenklich f\u00e4hrt sie nach hause.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ruft sie ihrem Arbeitskollegen an: \u201eHast du nicht jemanden gesucht, der mit dir den Dienst von Heiligabend tauscht? Ich w\u00fcrd\u2019 ihn gern \u00fcbernehmen!\u201c<br \/>\nKurz darauf f\u00e4hrt sie wieder in die Stadt, kleine, rote Kerzen kaufen.<br \/>\nAm 24. Dezember ist Luzia von Haus zu Haus unterwegs und wirft kleine P\u00e4ckchen in jeden Briefkasten. Danach geht sie im Elektrizit\u00e4tswerk arbeiten.<br \/>\nAls es zu dunkeln beginnt, wundern sich die Leute: Im ganzen Ort herrscht Stromausfall. Sie sind froh, dass sie alle Kerzen bei der Post gefunden haben, wenn auch nur einfache, kleine, rote Kerzen. Es wird ein kerzenheller, gem\u00fctlicher Weihnachtsabend, ohne hektisches Auswechseln von Gl\u00fchbirnen, Stolpern \u00fcber Lichterkettenkabel oder blendende Blinksterne.<br \/>\nIn der Chronik des Dorfes wird man sp\u00e4ter lesen, dass dies der \u201eAbend der einfachen, kleinen, roten Kerzen\u201c gewesen war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Fest der Liebe<\/strong><\/p>\n<p>Der Fuchs hatte dieses Jahr f\u00fcr alle von ihm bedrohten Tiere ein Weihnachtsfest organisiert, weil er sich mit ihnen auss\u00f6hnen wollte. Da seine Einladungen sehr einf\u00fchlsam und offensichtlich aufrichtig verfasst worden waren, hatten schliesslich auch die \u00e4rgsten Zauderer zugesagt.<br \/>\nSeit drei Tagen stand er in der K\u00fcche, kochte vegetarische Gerichte und bastelte dazwischen h\u00fcbsche Tischdekorationen.<br \/>\nEndlich war es soweit: der Christbaum erstrahlte im Kerzenlicht, f\u00fcr alle hatte der Fuchs ein passendes Geschenk gefunden, der Tisch bog sich unter den aufgetragenen K\u00f6stlichkeiten.<br \/>\nAls die G\u00e4ste da waren, betrachtete der Fuchs seine ehemaligen Gejagten: Eine besonders gut gen\u00e4hrte Maus dr\u00e4ngte sich gerade zum K\u00e4sesouffl\u00e9 durch, ein fettes Huhn reckte den Kopf nach dem Gr\u00fcnkerneintopf. Das w\u00e4re alles noch nicht so schlimm gewesen, aber als er die Gans sah, wie sie gen\u00fcsslich ihr Gefieder putzte und sorgf\u00e4ltig \u00fcber dem dicken Hinterteil glatt strich, war es um ihn geschehen.<br \/>\nDa nutzte es auch nichts, dass er sich all\u2019 seine fleischlosen Lieblingsgerichte ins Ged\u00e4chtnis rief.<br \/>\nZuerst biss er der Gans in den Hintern, dann zerfleischte er die Maus, nun war der Hals des Huhns an der Reihe. Nach wenigen Minuten waren alle seine G\u00e4ste niedergemetzelt.<br \/>\nDer Fuchs f\u00fchlte sich seit langem einmal wieder so richtig satt.<br \/>\nAls er sich ins Bett legte, dachte er bei sich: \u201eEs geht doch nichts \u00fcber ein Fest mit Freunden\u2026\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Balduins Ohnmacht<\/h1>\n<p>Balduin sass auf einer grossen Schlechtwetterwolke und war etwas melancholisch gestimmt. Er hatte friedlich einen Himmelshonigtee getrunken und auf die Erde herab \u00a0gesehen. Was sah da sein Engelsauge? \u00dcberall Lichter, Sterne, Kr\u00e4nze\u2026<\/p>\n<p>\u201eOje, es wird bald Weihnachten sein!\u201c seufzte er und ihn fr\u00f6stelte.<\/p>\n<p>\u201eHallo Balduin, alter Freund!\u201c schreckte ihn da Engel Gustav aus seinen Gedanken.<\/p>\n<p>\u201eWas machst du denn f\u00fcr ein Gesicht?\u201c fragte er Balduin.<\/p>\n<p>\u201eHast du\u2019s noch nicht bemerkt? Es weihnachtet!\u201c<\/p>\n<p>Gustav schreckte zur\u00fcck, als ob er eine Ohrfeige bekommen h\u00e4tte und verfiel ebenfalls in tr\u00fcbes Br\u00fcten.<\/p>\n<p>\u201eWoran denkst du?\u201c fragte schliesslich Balduin.<\/p>\n<p>Gustav schwieg, schnaufte dann vielsagend: \u201e Du erinnerst dich an die selbstgebackenen Amokl\u00e4ufer?\u201c<\/p>\n<p>\u201eOuuu\u2026\u201c Balduin sch\u00fcttelte sich. Nein, eigentlich wollte er sich nicht daran erinnern.<\/p>\n<p>\u201eWas h\u00e4tte es geben sollen?\u201c \u2013 \u201eIch glaube Umweltsch\u00fctzer.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd was war die Ausrede gewesen?\u201c \u2013 \u201eIch dachte, Pfefferkuchen enthielten viel Pfeffer\u2026.\u201c \u00e4ffte Gustav den lieben Gott nach.<\/p>\n<p>\u201eNaja, seither pfeffert\u2019s ja ganz nett auf der Erde. Kennst du ein Land, das noch keinen Amokl\u00e4ufer hatte?\u201c<\/p>\n<p>Nach etlichen schweigenden Minuten begann Gustav: \u201eWas war die Vorlage f\u00fcr die Terroristen gewesen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarte mal, hatte er nicht perfekte Piloten basteln wollen? Dummerweise verklebte er ihnen das Gehirn und den Rest kennen wir ja.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch versteh\u2019 bloss nicht, warum er darauf beharrt, dass er uns etwas selbst machen will.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGenau, und wegwerfen geht auch nicht, sonst ist er stinkbeleidigt. Mir graut jetzt schon, vor diesem Heiligabend.\u201c<\/p>\n<p>Balduin lehnte sich zur\u00fcck und dachte an letztes Jahr. Der liebe Gott hatte ihnen beiden k\u00fcnstlichen Schnee geschenkt. Tonnenweise Schnee und Eis, weil Balduin einmal erw\u00e4hnt hatte, dass er fr\u00fcher ganz gerne Ski fahren gegangen sei. Gustav hatte ziemlich erleichtert ausgesehen, denn mit Schnee und Eis konnte der liebe Gott wohl nicht so falsch liegen. Doch irgendetwas am Mischverh\u00e4ltnis von K\u00e4lte und Wasser war schiefgelaufen. Bald schmolz der Schnee, ebenso das Eis und auf der Erde regnete es ununterbrochen. Mal im Norden, mal im Osten \u2013 viele Fl\u00fcsse traten \u00fcber die Ufer, tausende von Menschen verloren ihre H\u00e4user. Da der liebe Gott gerne \u00fcppige Geschenke machte, stapelten sich auch nach fast einem Jahr noch immer die Wassermassen im Himmel.<\/p>\n<p>Balduin seufzte laut und vernehmlich.<\/p>\n<p>Seit Jahren wollten sie den alten Herrn davon abbringen, Geschenke zu machen \u2013 ohne Erfolg. So \u00f6ffnete sich am 24. Dezember die T\u00fcre der guten Himmelsstube. Der Christbaum funkelte hell und in s\u00e4mtlichen Farben des Regenbogens. Gustav und Balduin schlichen mit gesenkten K\u00f6pfen ins Zimmer, schielten w\u00e4hrend der Hymnen verstohlen zu den Geschenken. Dann war es so weit \u2013 viel zu schnell, wie die Engel fanden.<\/p>\n<p>\u201eBescherung, Bescherung!\u201c rief der liebe Gott fr\u00f6hlich und dr\u00fcckte den beiden ihre P\u00e4ckchen in die H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Balduin zog als erster an der Schleife. Sie bewegte sich keinen Millimeter. Er zupfte energischer daran \u2013 wieder nichts. Auch bei Gustav l\u00f6ste sich das Band nicht.<\/p>\n<p>Der liebe Gott wurde ungeduldig.<\/p>\n<p>\u201eWas tut ihr denn? Ich hab\u2019 doch keine gordischen Knoten gemacht!\u201c<\/p>\n<p>Nein, das hatte er nicht. Mit Himmelsb\u00e4ndern war es aber so eine Sache: waren sie erst einmal um eine Schachtel gebunden, liessen sie sich ausschliesslich am Knoten \u00f6ffnen. Scheren und Messer hatten keine Chance. Die Fee Amara hatte Erbarmen mit den Engeln gehabt und die Knoten verzaubert. Sie w\u00fcrden sich die n\u00e4chsten 2000 Jahre nicht \u00f6ffnen lassen.<\/p>\n<p>Da entdeckte Gustav den Feenstaub und wusste Bescheid. Gen\u00fcsslich verrieb er die K\u00f6rnchen zwischen seinen Fingern.<\/p>\n<p>\u201eAmara war da!\u201c dachte Gustav. \u201eAmara hat uns gerettet!\u201c fl\u00fcsterte Balduin, der ihm zugesehen hatte und fiel in eine wunschlos gl\u00fcckseelige Ohnmacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anforderungen an ein Geschenk:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es sollte einfach, selbst gemacht und von Herzen sein.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4r\u2019s mit einem Kuss??<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>M\u00e4rchen 3000<\/h1>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Es war einmal eine kleine giftgr\u00fcne Tanne. Sie war in einem Reagenzglas des Genforschungs-institutes zur Welt gekommen und hatte noch nie draussen in der Natur gestanden. Ihre Heimat war ihr schon immer zu steril, zu kalt und zu glatt vorgekommen. Doch bald w\u00fcrde sie etwas Neues sehen. Die leitende Professorin hatte n\u00e4mlich morgens in der Sitzung gesagt:<\/p>\n<p>\u201eForschungsobjekt Nr. 3000 taugt nichts mehr. Die Farbe, die wir mit den ver\u00e4nderten Genen erzielen wollten, ist uns nicht gegl\u00fcckt. Werfen wir\u2019s weg.\u201c<\/p>\n<p>Und so kommt\u2019s, dass die Tanne wenige Stunden sp\u00e4ter auf dem Komposthaufen der Institution landet.<\/p>\n<p>Es ist Dezember und \u00fcberall leuchten Sterne und Lichter. Im Fenster des Hausmeisters glitzern Christbaumkugeln und Lametta an einer kleinen dunkelgr\u00fcnen Plastiktanne.<\/p>\n<p>Nr. 3000 sieht das begeistert; auch der Wind, der Geruch der Erde, die Sonnenstrahlen beeindrucken sie. Als eine rote Ameise \u00fcber ihren Stamm l\u00e4uft, geht ein wohliges Kribbeln durch ihre \u00c4ste und Nadeln.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen merkt sie, dass ihre Kr\u00e4fte schwinden.<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00e4re so gerne geschm\u00fcckt wie der Baum hinter dem Fenster\u2026\u201c<\/p>\n<p>Sie seufzt tief. Dies h\u00f6ren die Restgene einer Silberdistel und einer Goldmelisse, die in der Tanne mitverarbeitet sind.<\/p>\n<p>\u201eSollen wir\u2026?\u201c fragt das eine Gen das andere. Und bald darauf sp\u00fcrt die Tanne, dass in ihrem Innern etwas angelaufen ist. Pl\u00f6tzlich bilden sich an den Spitzen silberne und goldene Z\u00e4pfchen, die langsam und stetig gr\u00f6sser werden. Einige Nadeln vergolden und versilbern sich, werden zu langen, d\u00fcnnen F\u00e4den. Forschungsobjekt 3000 schaut erstaunt an sich herunter, w\u00fcrde sich sicher die Augen reiben, wenn da Arme und H\u00e4nde w\u00e4ren. Doch das war bei diesem Projekt nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>Nach zwei Stunden ist alles vollbracht. Die giftgr\u00fcne Tanne ist rundum golden und silbern geschm\u00fcckt. Stolz reckt sie ihre \u00c4ste in alle Himmelsrichtungen und f\u00fchlt sich so gut wie noch nie.<\/p>\n<p>\u201eWas\u2019n das f\u00fcr\u2019n komischer Baum?\u201c h\u00f6rt sie da jemanden sagen.<\/p>\n<p>\u201eMensch, Olle, seit wann interessieren dich denn B\u00e4ume?\u201c<\/p>\n<p>Kurz darauf wird Nr. 3000 in ein weiteres Abenteuer mitgenommen.<\/p>\n<p>Abends kommt sie dank den Silberdistel- und Goldmelissengenen zu Weihnachtsbaumehren. Mitten in der Stadt auf einer Baustelle bei Olle, seinen Kumpels und mit einigen Litern Schnaps. Wahrscheinlich auch mit genmanipulierten Zutaten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht erz\u00e4hl ich Euch einmal das M\u00e4rchen, welches von Mais handelt und wie Embryos werden, wenn ihre M\u00fctter davon essen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nikolausgedicht<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ach du lieber Nikolaus,<\/p>\n<p>geht dir nicht auch die Puste aus?<\/p>\n<p>Sie hetzen alle um mich her \u2013<\/p>\n<p>Doch ich steh\u2019 still, ich will nicht mehr<\/p>\n<p>Von links nach rechts, im Kreis rum rennen<\/p>\n<p>Und sinnlos Energie verbrennen.<\/p>\n<p>Schenk mir doch bitte, gross und breit,<\/p>\n<p>ein Bett f\u00fcr die Gem\u00fctlichkeit.<\/p>\n<p>Die S\u00fcssigkeiten nimm\u2019 nur mit,<\/p>\n<p>dann bleibst du selber immer fit<\/p>\n<p>f\u00fcr deine Reise um die Welt \u2013<\/p>\n<p>Kommst du auch ins Nomadenzelt??<\/p>\n<p>Schenk allen Kindern Fr\u00f6hlichkeit<\/p>\n<p>Und ihren Eltern ganz viel Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>G\u00e4ste<\/strong><\/p>\n<p>Wer Weihnachten nicht alleine feiern m\u00f6chte, sollte das ganze Jahr \u00fcber kr\u00e4ftig vor seiner eigenen Haust\u00fcre kehren, sonst trauen sich die G\u00e4ste nicht \u00fcber den Dreckberg, der sich auf der Schwelle angesammelt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abserviert<\/strong><\/p>\n<p>Der Weihnachtskaktus war eine absolute Ausnahme seiner Gattung. Seit Jahren flirtete er mit allen Pflanzen, die ihn umgaben, erfolgreich. Ungeachtet seiner Stacheln lag ihm die ganze weibliche Vegetation zu F\u00fcssen und begehrte ihn.<\/p>\n<p>Seit kurzem stand eine zierliche Rottanne mit umwerfend gr\u00fcnen Nadeln neben ihm. Eines Morgens streckte er sich ausgiebig und putzte sich aufs beste heraus.<\/p>\n<p>\u201eMadame, seit Tagen bewundere ich Ihre vortreffliche Haltung und das frische, saftige Gr\u00fcn. Gerade zu dieser kalten Jahreszeit trifft man wenige, die sich solchermassen an die Etikette halten, was ich jedoch enorm wichtig finde. Wo k\u00e4men wir da hin, wenn alle sich gehen liessen wie die Laubb\u00e4ume? Ich dachte mir, dass ich es wagen k\u00f6nnte, Sie nach Ihrem werten Namen zu fragen; so von Edelmann zu Edelfrau\u2026?\u201c<\/p>\n<p>Die Rottanne hatte zugeh\u00f6rt, ohne mit einer Nadel zu zucken. Nun, da er geendet hatte, warf sie einen vernichtenden Blick auf den Kaktus (der \u00fcbrigens kleiner war) und antwortete: \u201eSparen Sie sich Ihre Energie f\u00fcr andere. Ich halte nichts, aber wirklich auch gar nichts von bikulturellen Beziehungen.\u201c<\/p>\n<p>Von Stund an zeigte sie dem Kaktus nur noch die kalte, stachlige Schulter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Brandheisse Geschenke<\/strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 oder: Was schenkt man Drachen eigentlich zu Weihnachten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eNein! Was hast du denn schon wieder gemacht?\u201c<\/p>\n<p>Mirusch zog seinen Schwanz ein, hastete in die K\u00fcche und kam mit einem Eimer Wasser zur\u00fcck.<\/p>\n<p>PLATSCH! sch\u00fcttete er alles \u00fcber den Tisch, machte rechts um kehrt, holte noch einen Eimer voll und noch einen. Nach dem vierten Eimer endlich wagte er es, Prissina wieder anzuschauen.<\/p>\n<p>\u201eJetzt soll ich wieder die ganze Schweinerei aufputzen? Nur, weil du zu grosse ungeschickte Pfoten hast, muss immer ich die Feinarbeit erledigen\u2026\u201c sie schimpfte und zeterte noch ein Weilchen weiter.<\/p>\n<p>Mirusch trottete mit gesenktem Kopf zur\u00fcck in die K\u00fcche, r\u00e4umte den Eimer auf, wischte das Sp\u00fclbecken so gut es ging trocken und verzog sich in sein Nest in der Scheune.<\/p>\n<p>Es war seit Tagen neblig, Raureif \u00fcberzog alle B\u00e4ume und H\u00e4user. Er liebte diese Stimmung, liebte es, am Sp\u00e4tnachmittag eine Kerze anzuz\u00fcnden und Prissina bei der Arbeit im Laden zu helfen.<\/p>\n<p>Nun sass er in der Scheune und es war ihm zum Heulen. Keiner im Dorf hatte ihn damals haben wollen, alle hatten Angst vor ihm gehabt \u2013 ausser Prissina. Sie war vor ihn hingestanden: \u201eHeb\u2019 mich hoch, ich m\u00f6chte dir in die Augen schauen.\u201c Vorsichtig hatte er sie zwischen die Pfoten genommen und sie hatten einander gemustert.<\/p>\n<p>\u201eDu bist ein guter Drache!\u201c hatte Prissina entschieden. Ja, f\u00fcr sie wollte er das sein. Meistens hatte es bis jetzt auch geklappt, ausser dieser einen Sache.<\/p>\n<p>Wie soll ein riesiger Drache mit einem riesigen Feuerstrahl eine Kerze auf dem Tisch anz\u00fcnden, ohne einen Hausbrand zu entfachen? Heute hatte er es wieder versucht.<\/p>\n<p>\u201eIch Idiot!\u201c schalt er sich, \u201e wie konnte ich nur glauben, dass es diesmal gehen w\u00fcrde! Prissina wird mich nie mehr ins Haus lassen, das ist schon der f\u00fcnfte Tisch, der gebrannt hat\u2026\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen sah Prissina ihren Hausdrachen nicht. \u201eEr wird wohl wegen des Tisches ein schlechte Gewissen haben\u201c, dachte sie. Da es kurz vor Weihnachten war, machte sie sich nichts daraus. Bald kamen ihre Nichten und Neffen und sie benutzte jede freie Minute, um Pl\u00e4tzchen zu backen. Mirusch war sonst immer dabei gewesen, Teigsch\u00fcsseln schleckte er f\u00fcr sein Leben gern aus. Dieses Jahr war er nicht zu sehen. Zuerst fand Prissina, dass es ohne ihn viel besser voranging, irgendwann stellte sie die Backsch\u00fcssel vors Fenster. Vielleicht lockte ihn das? Als sie zu seinem Lieblingsrezept kam, rief sie ihn sogar in der Scheune; aber Mirusch war nicht da.<\/p>\n<p>Prissina war traurig und besorgt. Hatte sie zu heftig geschimpft? War er etwa ausgezogen, um sich ein neues Heim zu suchen?<\/p>\n<p>Den Kopf in beide H\u00e4nde gest\u00fctzt hockte sie am verbrannten Tisch \u2013 \u201each Herrjemine! Die Zimtsterne!\u201c Sie sprang in die K\u00fcche, aber es war schon zu sp\u00e4t. Betr\u00fcbt schaute sie sich die verbrannten Pl\u00e4tzchen an. \u201eWahrscheinlich kommt er nicht einmal an Weihnachten\u201c, murmelte sie.<\/p>\n<p>Am 24. trudelten die G\u00e4ste ein, Prissina servierte S\u00fcsses, h\u00f6rte sich Geschichten der Nichten und Neffen an, kochte Kaffee und Tee. Trotzdem zog sich der Tag entsetzlich in die L\u00e4nge.<\/p>\n<p>\u201eKommt, wir wollen die Christbaumkerzen anz\u00fcnden!\u201c rief sie, als es zu dunkeln begann.<\/p>\n<p>Da ging die T\u00fcr auf.<\/p>\n<p>\u201ePrissina, lass\u2018 mich die Kerzen anz\u00fcnden\u201c, bat Mirusch.<\/p>\n<p>\u201e\u2026aber\u2026\u201c, mehr brachte Prissina nicht heraus, denn der Drache hatte schon begonnen, Feuer zu spucken.<\/p>\n<p>Doch was war das? Eine Kerze nach der andern wurde behutsam und mit kleiner Flamme entfacht.<\/p>\n<p>Als der ganze Baum im Kerzenlicht erstrahlte, drehte Mirusch sich stolz um.<\/p>\n<p>\u201eNa?\u201c fragte er, \u201ewie findest du dein Weihnachtsgeschenk?\u201c<\/p>\n<p>Prissina wurde verlegen: \u201eWeisst du, ich finde es das beste, das du mir jemals machen konntest. Allerdings ist meines f\u00fcr dich jetzt \u00fcberfl\u00fcssig.\u201c<\/p>\n<p>Damit reichte sie ihm ein kleines l\u00e4ngliches P\u00e4ckchen.<\/p>\n<p>Wisst Ihr, was drin war?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Antworten an www.mensch3000.ch<\/p>\n<p>Oder fragen Sie Ihren Drachotheker<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der teetrinkende Kalender<\/strong><\/p>\n<p>Ein Kleinsth\u00f6rspiel f\u00fcr einen Schluck und drei Personen<\/p>\n<p><em>Schl\u00fcrfger\u00e4usche und andere Hinter- und Untermalungen sollen nach Belieben einfliessen.<\/em><\/p>\n<p><em>Es war einmal ein Kalender mit 24 T\u00fcrchen\u2026<\/em><\/p>\n<p>Fenster! Ich hab\u2019 Fenster!<\/p>\n<p><em>Bitte? Wer unterbricht meine Geschichte?<\/em><\/p>\n<p>Ich, der Kalender. Seit 400 Jahren h\u00f6r\u2019 ich mir euer Geschw\u00e4tz mit den T\u00fcren an. Es sind Fenster.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><em>Also gut. Ich werde mich korrigieren. Dann fange ich jetzt noch mal an:<\/em><\/p>\n<p><em>Es war einmal ein Kalender mit 24 Fensterchen\u2026<\/em><\/p>\n<p>Fenster! Ich bin schliesslich ein grosser Kalender. Ausserdem k\u00f6nntest du etwas mehr Ehrfurcht vor dem Alter zeigen. Bin mindestens 360 Jahre \u00e4lter als du.<\/p>\n<p><em>Sag mal, Kalender, die letzten Jahre habe ich keinen Pieps von dir geh\u00f6rt. Warum jetzt?<\/em><\/p>\n<p>Weil das Mass voll ist. 3299 T\u00fcrchen musste ich \u00fcber mich ergehen lassen. Nun reicht\u2019s! Ausserdem hab\u2019 ich Durst.<\/p>\n<p><em>(l\u00e4ngere Stille)<\/em><\/p>\n<p>Hast du mich geh\u00f6rt? Ich hab\u2019 Durst.<\/p>\n<p><em>Warum sprichst du?<\/em><\/p>\n<p>Weil das Mass voll ist und ich 3299 T\u00fcr\u2026<\/p>\n<p><strong><em>Nein, ich meine nicht das. Warum sprichst du \u00fcberhaupt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Na, weil ich\u2019s gelernt hab.<\/p>\n<p><em>Wie?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Mit Fenster Nummer 17.<\/p>\n<p><em>H\u00f6r mal zu: auf den Arm nehmen kann ich mich selbst\u2026<\/em><\/p>\n<p>Du redest doch auch.<\/p>\n<p><em>Aber mit dem Mund!<\/em><\/p>\n<p>Ich hab\u2019 nun mal keinen.<\/p>\n<p><em>Stimmt. \u2013 Soll ich die Geschichte jetzt weiter erz\u00e4hlen?<\/em><\/p>\n<p>Ich hab\u2019 immer noch Durst\u2026<\/p>\n<p><em>Was h\u00e4ttest du denn gern?<\/em><\/p>\n<p>Vanille-Tee mit einem Schuss Milch.<\/p>\n<p><em>So kommt es, dass die Geschichte vom Kalender mit den 24 T\u00fcren \u2013 pardon \u2013 Fenstern nie zu Ende erz\u00e4hlt wurde, weil der Erz\u00e4hler und der Kalender einen gem\u00fctlichen Tee-Nachmittag verbrachten.<\/em><\/p>\n<p><em>Und wenn sie nicht gestorben sind, so trinken sie noch heute.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warum G\u00fcnter nie mehr den Nikolaus spielt<\/strong><\/p>\n<p>Unz\u00e4hlige male hatte G\u00fcnter Krumm bei unz\u00e4hligen Kindern den Nikolaus gespielt. Oft schm\u00e4lerte er die tadelnden Worte erheblich oder liess sie ganz weg, malte daf\u00fcr die Lobsagungen \u00e4usserst fantasievoll aus.<\/p>\n<p>\u201eIch liebe es, in meiner Freizeit kreativ zu sein!\u201c pflegte er zu sagen, wenn er von Bekannten kritisch darauf angesprochen wurde. Am liebsten aber fragte er die Kinder, wof\u00fcr sie denn die Eltern in den Sack stecken w\u00fcrden. Zuerst waren die Kleinen verlegen, dann, mit etwas Hilfe, sprudelten sie los: Daf\u00fcr, dass Papa sie nur eine halbe Stunde an den Computer oder ihnen beim Kuchen backen zu wenig Teig zum Abschlecken \u00fcbrig liess; Mama wollten sie in den Sack stecken, weil sie sonntags immer so lange Wanderungen mit der Familie unternahm oder den Kindern ihr Taschenmesser nicht auslieh.<\/p>\n<p>Bei vielen Familien wurde G\u00fcnter nur einmal engagiert. Ein Jahr sp\u00e4ter bestanden sie beim Nikolaus-Verleih ausdr\u00fccklich darauf, dass NICHT Herr Krumm zu ihnen kommen und dass ein Vorgespr\u00e4ch mit dem ausgesuchten Nikolaus stattfinden m\u00f6ge.<\/p>\n<p>Doch G\u00fcnter war nicht nachtragend. Die Untreue seiner Kunden hatte ihm noch nie etwas ausgemacht; im Gegenteil schienen ihn neue Familien erst recht zu reizen.<\/p>\n<p>Doch dann kam jener Winter, in dem alles zu Stein und Bein gefror.<\/p>\n<p>G\u00fcnter hatte eine satte Woche abends Termine, am Wochenende ab Mittags sogar. Am Freitag passierte es: er hatte die Per\u00fccke und den Bart im Kofferraum gelassen, da er sie tags darauf gleich wieder brauchte. Am n\u00e4chsten Morgen wollte er noch schnell etwas einkaufen gehen und da entdeckte er das Maleur: Der Bart hing zur H\u00e4lfte hinten aus dem Auto, war steif gefroren und brach, als er vorsichtig die Heckt\u00fcre \u00f6ffnete entzwei.<\/p>\n<p>Ein neuer Bart war schnell organisiert, die passende Per\u00fccke dazu auch. Zwei Tage sp\u00e4ter kam G\u00fcnter nach seinem letzten Familienbesuch nach hause, riss den roten Mantel, Kapuze, Per\u00fccke und Bart von sich, warf alles in den Kachelofen, wo es sofort verbrannte.<\/p>\n<p>\u201eNie mehr!\u201c schnaubte er w\u00fctend, \u201enie mehr bringt mich jemand dazu, den Nikolaus zu spielen! Nie mehr! Der Typ, der vor mir die Per\u00fccke getragen hat, hatte L\u00e4use. Was f\u00e4llt dem Verleih \u00fcberhaupt ein, mir so eine verseuchte, ekelhaft grauenhafte Parasitenper\u00fccke zu geben. Nach all der Zeit!!\u201c<\/p>\n<p>Seine Frau sch\u00fcttelte den Kopf und fragte sich, wor\u00fcber ihr Mann sich eigentlich aufregte. Ihr Blick fiel auf das Hochzeitsfoto. Schon damals hatte er eine Glatze gehabt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine sch\u00f6ne Bescherung<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Es war Heilig Abend.<\/p>\n<p>Samuel war in der ersten Klasse und \u00e4usserst neugierig. Seit gestern war die gute Stube abgeschlossen, die Vorh\u00e4nge zu gezogen. Ab und zu verschwand seine Mutter im Zimmer und kam mit viel sagendem Blick wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nach dem Mittagessen durfte er mit seinem Bruder einen Film anschauen, wobei sie jedoch st\u00e4ndig stritten. Beide sehnten den Augenblick der Bescherung herbei. Ob wohl das ferngesteuerte Auto unter den Geschenken war? Oder gar die Ritterburg?<\/p>\n<p>Die Sekunden dehnten sich in die L\u00e4nge, die Minuten schlichen so dahin und die Stunden schienen abgeschafft worden zu sein.<\/p>\n<p>Es d\u00e4mmerte bereits. Beim Festmahl brachte Samuel vor lauter Aufregung fast keinen Bissen herunter und als die endlose Qual des Desserts doch ein Ende nahm, wurden die Buben in ihr Zimmer verbannt.<\/p>\n<p>Endlich war der Moment gekommen: sie traten ins Zimmer, die Kerzen am Christbaum leuchteten mild, die goldenen und silbernen Geschenkb\u00e4nder glitzerten verlockend, bald w\u00fcrde es soweit sein\u2026<\/p>\n<p>\u201eLasst und singen!\u201c h\u00f6rte Samuel seinen Vater rufen. Nach der vierten Strophe des f\u00fcnften Liedes waren sie auch davon erl\u00f6st.<\/p>\n<p>Jetzt gleich w\u00fcrde es soweit sein\u2026<\/p>\n<p>\u201eSo, Jungs, nun sagt mal noch eure Gedichte auf!\u201c Mama schob beide noch n\u00e4her an den Christbaum<\/p>\n<p>Samuel biss sich auf die Lippen, stotterte gleich darauf ergeben: \u201as ist Winter \u00fcberall im Land\u2026\u201c Die Erwachsenen schauten verz\u00fcckt, sein Bruder zog Grimassen.<\/p>\n<p>Nun war\u2019s doch aber soweit! Aber nein, Papa schritt feierlich zur Stereoanlage und legte \u201eseinen Lieblingshaydn\u201c auf, wie er sagte. Endlose acht Minuten dauerte das!<\/p>\n<p>Doch jetzt, jetzt <em>musste<\/em> es doch soweit sein!<\/p>\n<p>Aber Oma knipste soeben die Stehlampe an: \u201eIch brauch\u2019s ein bisschen heller, wenn ich die Geschichte vorlese.\u201c<\/p>\n<p>Samuel zog zischend die Luft ein. Nein, nicht noch eine Verz\u00f6gerung!<\/p>\n<p>Die Geschichte ging lange, Oma verhaspelte sich wegen der schlechten Beleuchtung und Samuel?<\/p>\n<p>F\u00fcr Samuel war das alles zu viel.<\/p>\n<p>Oma las gerade: \u201e\u2026so wurde es f\u00fcr die Kinder die sch\u00f6nste Bescherung, die sie je gehabt hatten.\u201c<\/p>\n<p>Da platzte Samuel mit einem lauten, vernehmlichen Knall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Texte (von Astrid Schr\u00f6der) Wenn ich das Christkind w\u00e4r\u2026 Wenn ich das Christkind w\u00e4r\u2026 \u2013 Und wenn ich es tats\u00e4chlich so sein k\u00f6nnte, wie man erz\u00e4hlt \u2013 Dann, glaubt mir, dann w\u00fcrde kein Wunsch verfehlt Wenn ich das Christkind w\u00e4r.. \u2013 na, ihr wisst schon, wie ich\u2019s meine, so ganz richtig und echt \u2013&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3132"}],"collection":[{"href":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3132"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3132\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mensch3000.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}