Franz, der Vorsatz

Das Neue Jahr eilt morgengrau seinem ersten Tag entgegen.
Ich schlendre langsam hinterher – mein guter Vorsatz daneben.
Lach du nur, ich mag’s dir gönnen, sicherlich!
Denn alle wissen wir seit Jahr’n: nen guten Vorsatz hält man nicht. 

Auch du wirst mit der Zeit verblassen, Vergessenheit kommt über dich,
denn alle wissen wir: nen guten Vorsatz hält man nicht.
Mein Vorsatz grinst, komisches Gefühl,
ich frag’ mich plötzlich, was denn nun mein Vorsatz von mir will. 

Ref.: Das neue Jahr – grad war’s noch klar
         Kaum begonnen, muss es geh’n
         Der gute Vorsatz wird nie war
         Das kann man jetzt schon deutlich seh’n

Um zwölf hat er mir zugeprostet – ich lieb’ das kleine Ritual!
Wer hält schon einen Vorsatz? Vergiss ihn wie ‚nen Schal!
Doch dieser hier – ich nenn’ ihn Franz – weicht seit Tagen keinen Schritt.
Ich schubs ihn weg, Franz tanzt und ruft: „Ich komm gleich mit!“ 

Er strahlt mich immer penetrant und jeden Tag aufs Neue an.
Im Spiegel zwei Gesichter: erst meins, Franz hinten dran.
Fünf Wochen später geb’ ich’s auf, ich bin ein Wrack, total am Ende.
Franz kauf’ ich einen Schal – vielleicht bringt das die Wende?

Ref.:

Doch Fränzchen kümmert sich nen Dreck um meine inneren Belange.
Er möchte einfach bei mir sein, sonst sei’s ihm schrecklich bange.
Der Frühling kommt, der Sommer geht, der Herbst strahlt feurigrot und prall.
Franz ist wie immer nah bei mir, folgt sogar bis zum Heiligen Stall.

Endlich ist Silvester, Franz kommt mir alt und müde vor.
Ich packe ihn am Kragen und schlepp’ ihn vor das Tor.
Um Mitternacht beim Feuerwerk geschieht ganz sanft und sacht
Mit Franz ne Wandlung, denn er wird, mein neuer Vorsatz über Nacht.

 

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