"Ich schicke Dir ein Album, das hoffentlich Deinen Gefallen finden wird". Mit solch banalen Worten hat mir ein Herr Fizzè (von dem ich ehrlich gesagt noch nie gehört habe)
ein Wunderding
geschickt, bei dem ich ernsthafte Probleme bei der Suche nach passenden Worten habe. Da sind Sly, Robbie, Linton, "Scratch" Perry und etliche andere ausgesuchte Reggae-Experten und da sind die Herren Fizzè und Dizzi, denen die Schweizer Alm-Luft offenbar zu Kopf gestiegen ist. Da sind Tonbänder, die zwischen Montego Bay und Matterhorn hin- und hergeschickt wurden; da ist Musik, die vom irischen Traditional über Duke Ellington bis zu
einem undefinierbaren Gespinst aus Rhythmus und Blech, Regenwald und Reggae reicht. Da stört’s nicht weiter, wenn kaum gesungen wird: die Musik spricht für sich. So sehr ich das Wort verachte: Peeni Waali ist Weltmusik - ein
traumhafter Schmelztiegel
von Alter und Neuer Welt.
Eine Musik aus schwarz und weiss, die sich zu bunt addiert; ein Traum, ein Film
, eine Fusion.
Eine selten gute Platte!
"Zitty Stadtmagazin - Berlin", August ‘91